DAS NUTZUNGSKONZEPT DER INGOLSTÄDTER BRAUEREIEN HÖRT SICH NACH EINEM RICHTIG GUTEN PLAN AN
Die Fasshalle ist Teil eines frisch sanierten Baudenkmals in Ingolstadts Innenstadt. Der Bau des Georgianums ging unmittelbar mit der Gründung der ersten bayrischen Landesuniversität in Ingolstadt einher. Der niederbayrische Herzog Georg der Reiche stiftete das Kollegiengebäude im Jahr 1494. Das mehrstöckige Bauwerk mit seinen später hinzugekommenen Anbauten steht gegenüber der Hohen Schule und wurde unter denkmalrechtlichen Gesichtspunkten von INKoBau saniert.
Eine Mammutaufgabe, die sich gelohnt hat, denn das Innenleben des Gebäudes ist einzigartig. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird das Kollegiengebäude durch ein Ethikinstitut der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wieder universitär genutzt. Die ehemalige Kapelle Peter und Paul wird teilweise von ihren Zwischendecken befreit und steht dann als Ver-anstaltungssaal zur Verfügung. Die großzügige Fass-halle soll eine Gastronomie beleben und künftig an die Brauereinutzung und an das Bayerische Reinheitsgebot von 1516 erinnern.

Zur Nutzung der Fasshalle in Ingolstadt gibt es inzwischen auch eine Idee, die der Geschäftsführer von Herrnbräu, Gerhard Bonschab, im Gespräch mit CITICON erläuterte: „Die vier Ingolstädter Brauereien Herrnbräu, Nordbräu, Griesmüllers Altstadtbrauerei und Yankee&Kraut haben sich gemeinsam Gedanken gemacht, um einen gastronomischen Anziehungspunkt zu schaffen, der die Biergeschichte und -kultur der Stadt erlebbar macht. Derzeit wird ein Betreiber gesucht, der das Konzept „bierig“ umsetzt.
Das gastronomische Angebot soll sich auf Kleinigkeiten zum Bier konzentrieren, wie Bierstangerl, passende Aufstriche, kalte Brotzeiten und spezielle Würstel (z.B. Bierwürstel). Eine klassische bayerische Vollgastronomie mit Schweinsbraten und Knödeln ist nicht anvisiert. Die Konzentration auf Kaltgastronomie würde Kosten für die Küchenausstattung sparen und hätte positive Auswirkungen auf den Brandschutz. Die Wege für eine Vollgastronomie wären in den Räumlichkeiten schwierig, aber ein kleineres Konzept ist gut vorstellbar.“

Konzeptvorschlag für das „Haus des Bieres“ in der Fasshalle:
- Die Fasshalle soll als fester Anlaufpunkt für Touristen und Einheimische dienen, um das Thema Bier erlebbar zu machen.
- Ingolstadt ist als „Stadt des Bieres“ bekannt, mit dem Reinheitsgebot von 1516 und vier lokalen Brauereien.
- Die Nutzung der Fasshalle im Georgianum ist authentisch, da Herrnbräu dort bereits eine Brauerei betrieb.
- Der Standort ist ideal, da die Verkündung des Reinheitsgebotes am Platz vor der Hohen Schule verortet ist und es dort auch schon den Bierbrunnen gibt.

Gestaltung und Inhalte
Eine lange Theke mit Fassbier soll installiert werden, an der jede Brauerei mehrere Biersorten anbietet. Das Konzept beinhaltet Bierverkostungen, Bierkunde, Erläuterungen zu Rezepturen, Besonderheiten der Biere, Herstellungsverfahren, Braukunst und Rohstoffen. Visuelle Begleitung durch Bildschirme ist geplant, um digitale Inhalte aufzubereiten, wie beispielsweise die Biergeschichte Ingolstadts über mehrere Jahrhunderte (15./16. Jahrhundert bis heute). Vorstellbar sind auch filmische Darstellungen der Brauereien, Sudhäuser und Abfüllanlagen. Ausstellungen mit Sammlungen und alten Brauerei-Exponaten sollen das Angebot ergänzen.
