KEEP YOUR FIRE BURNING

Lebenskunst, Reggae und ein bisschen Kochphilosophie

 

 

Mein Interview mit Steffen Prase fand in einer großen, alternativ geführten Wohngemeinschaft in Wildenberg statt. Auf dem weitläufigen Areal, das irgendwie an ein von Pippi Langstrumpf geschaffenes Paradies erinnert, laufen Hühner, Enten und Pfaue frei herum. Seine Vermieterin, Monique Sonnenschein, lernte er auf einem Festival kennen und zog kurzerhand 2003 von München nach Wildenberg. Der Wechsel vom Stadtleben in der Landeshauptstadt, wo er unter anderem im Keller des Olympiastadions ohne Tageslicht arbeitete, hin zum „Landei“ war eine Befreiung und bedeutete fortan „art-gerechte Haltung“ mit viel Luft zum Atmen.

 

Prase ist gelernter Koch (Jahrgang 1973) und absolvierte seine Ausbildung ab 1989 am Tegernsee, gefolgt von Stationen in London und im Gourmetrestaurant des Bayerischen Hofs in München. Er kochte in seiner Karriere für hochrangige Politiker, war aber gleichzeitig als Tour-Koch für den Musiker Hans Söllner unterwegs, den er als einen seiner wichtigsten Lehrer bezeichnet. Obwohl er viel vegan kocht, bezeichnet er sich als Vegetarier und benutzt den Begriff „vegan“ ungern, da er ihn tendenziell als belehrend und ausgrenzend empfindet; er liebt beispielsweise echte Käsespätzle.

 

 

„Leute, Kochen ist Quality Time und eine Form der Meditation. Ich plädiere dafür, echte Lebensmittel statt verarbeiteter Produkte zu konsumieren. Lieber jetzt in gute Lebensmittel und lokale Bauern investieren, als später sein Geld in die Pharmaindustrie tragen zu müssen. Let the food be your medicine!”

 

Die Pandemie als Wendepunkt

Vor Corona war Prase zwanzig Jahre lang mit dem „Sandwichmaker“ auf bis zu 20 Festivals pro Sommer unterwegs und verkaufte dort jamaikanisch inspirierte Küche wie Rasta-Reis mit Ackee-Frucht. Es kombiniert aromatischen Reis mit mild gewürzter Ackee – der nussigen Nationalfrucht Jamaikas – die in der Pfanne verblüffend an Rührei erinnert. Durch den Wegfall der Festivals während und den dann enorm gestiegenen Kosten nach der Pandemie (Preissteigerung der Ackee-Dosen von 7 auf 15 Euro), entschied er sich gegen den mobilen Verkauf und für neue Wege.

 

 

In dieser Zeit entstand sein Selbstversorgergarten in Wildenberg und eine neue Leidenschaft: Er begann mit Social Media, um sich, seine Produkte und seine mutmachenden Botschaften zu vermitteln. Er produzierte während der Pandemie zudem einen kulinarischen Kalender, für den er die Gerichte selbst im Garten kochte und fotografierte. Prase nutzt bewusst die sozialen Medien wie Instagram aktiv, um positive Impulse zu setzen, wobei er sich strikt gegen Wachstum durch Negativität oder „Hater-Content“ entschieden hat.

 

In Bad Gögging fand er eine feste Location für seine Kochshows, nachdem man ihn über seine Videos entdeckt hatte und ihm einen Platz für seinen Imbisswagen anbot. Seine Kochshows sind exklusiv auf 15 Teilnehmer begrenzt, kosten knapp 100 Euro Eintritt und bieten eine Mischung aus Storytelling, Musik und praktischen Tipps (z.B. das Räuchern von Karotten mit Kokosnussschalen).

 

Er erzählt Anekdoten von seinen Touren mit Hans Söllner oder überJamaika und Festivals. Klassische Influencer-Werbeangebote lehnt er strikt ab, wenn sie nicht zu seinem authentischen Lebensstil passen, wie beispielsweise eine Anfrage für einen elektrischen Küchenkomposter. 

 

 

Ein zentrales Motto in seinem Leben: Glück ist eine bewusste Entscheidung! „Ich vertraue darauf, dass das Universum zur rechten Zeit für Lösungen sorgt. Es ist für mich wichtig, im Moment zu leben, statt mich durch Zukunftsängste oder
bürokratische Hürden lähmen zu lassen.“ Seine Partnerin Viktoria unterstützt ihn dabei, indem sie den bürokratischen Teil seines Geschäfts, wie das Rechnungswesen und Versicherungen, übernimmt

 

MOA FIRE KOCHSHOW

(99 Euro/Person) 

Bereit für ein Gesamterlebnis in der wunderschönen Location „Zum Mundschenk“ in Bad Gögging, das es in sich hat? Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr und geht mit einem Begrüßungscocktail im „Jamaican Style“ los. Anschließend wird gekocht (Burger aus Jackfruit) und zum Abschluss gibt es das berühmte Bananabread aus dem zweiten Kochbuch „MOA FIRE II“. Die Veranstaltung endet um ca. 22 Uhr.

 

 

 

MOA FIRE CHILIÖL

 

Füllmenge: 100 ml • 8,50 Euro

 

Für das Moa Fire Chiliöl verwenden wir hochwertiges kaltgepresstes Rapsöl und Scotch Bonnet / Habanero Chilis aus eigenem Anbau. Sie ergeben nicht nur eine schöne Schärfe, sondern auch einen fruchtigen Geschmack. Jamaika für die Geschmacksknospen!

 

 

Kochbuch VEGGIE REGGAE SOULFOOD – MOA FIRE III
(27 Euro)

 

 

Steffen Prase ist wieder auf seine Lieblingsinsel Jamaika gereist, um Künstlerinnen und Künstlern in den Kochtopf zu schauen. Die Koch-sessions mit den Artists wurden in vielen Fotos festgehalten. Für die Vibes beim Nachkochen sorgt eine Playlist mit den Songs der teilnehmenden Reggae-Artists. „RAW FOOD“ und „FROM FARM TO TABLE“ sind das Thema seiner natürlichen Gemüseküche. Außerdem ist es ihm gelungen, den Profiköchen Stefan Marquard und Ludwig Maurer ihre vegetarischen Leibgerichte zu entlocken. Bereits beim Durchblättern läuft einem das Wasser im Mund zusammen! 

Beides erhältlich unter https://www.moafire.com/

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